Vorurteile ausräumen

 Mit den richtigen Komponenten, wie den HDS Hochdruckverschraubungen von ITV, lassen sich Leckagen reduzieren. Der Lösering mit integrierter Spannzange sowie einem O-Ring aus HNBR erleichtern die Montage und ermöglichen einen modularen, flexiblen Aufbau.
Mit den richtigen Komponenten, wie den HDS Hochdruckverschraubungen von ITV, lassen sich Leckagen reduzieren. Der Lösering mit integrierter Spannzange sowie einem O-Ring aus HNBR erleichtern die Montage und ermöglichen einen modularen, flexiblen Aufbau.Bild: ITV GmbH

Pneumatische Systeme entfalten ihr Potenzial überall dort, wo Schnelligkeit, Sicherheit und Robustheit gefragt sind – etwa in Verpackungsmaschinen, Montagelinien, Prüfanlagen oder bei der Materialhandhabung. Den einfachen und sicheren Anschluss von Versorgungsleitungen in solchen Prozessen ermöglichen Schnellkupplungen – auch bei häufig wechselnden Aufbauten.

Beispielsweise müssen in Fertigungsprozessen der Automotiveindustrie Bauteile mit unterschiedlichsten Geometrien in hoher Taktzahl gespannt, bewegt oder fixiert werden. Dabei lassen sich pneumatische Lösungen flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen – sei es durch modular aufgebaute Steckverbindungen oder durch individuell gefertigte Steuerblöcke.

Energieeffizienz beginnt beim Detail

Studien zeigen, dass es in rund 75 Prozent aller Industrieanlagen unerkannte Druckluftverluste gibt. Allein in Deutschland verursachen sie jährlich geschätzte Zusatzkosten von mehr als 1Mrd. Euro. Dementsprechend wichtig ist es in der Pneumatik Leckagen konsequent zu meiden. Dabei können schon unscheinbare Kleinigkeiten große Dienste erweisen, wie eine verbesserte Dichtung.

ITV hat in den letzten Jahren konsequent auf Dichtheitsoptimierung gesetzt – durch verbesserte Fertigungstoleranzen, neue Werkstoffe und das Redesign bewährter Steckverbindungen. Die Erfolge sind messbar: Reduzierte Leckageraten führen nicht nur zu einem geringeren Energieverbrauch, sondern verlängern auch die Wartungsintervalle – ein doppelter Nachhaltigkeitsgewinn.

Werkstoffwahl als Schlüssel für Nachhaltigkeit

Die EU-Richtlinie RoHS verpflichtet Hersteller dazu, bestimmte gefährliche Stoffe, wie Blei, in technischen Produkten zu reduzieren oder vollständig zu eliminieren. Für die Pneumatikbranche stellt das eine besondere Herausforderung dar, da klassische Bleilegierungen, etwa in Messingkomponenten, für gute Zerspanbarkeit und Dichtheitseigenschaften sorgen. ITV entwickelt verstärkt bleifreie Alternativen, die die gleichen technischen Eigenschaften aufweisen, aber umweltfreundlicher und regulatorisch zukunftssicher sind. Das gelingt nur in enger Zusammenarbeit mit Forschung, Werkstoffherstellern und Kunden – ein Ansatz, der über die gesamte Lieferkette hinweg nachhaltige Wirkung entfaltet.

Kundenspezifische Pneumatik

Neben der klassischen Industrieautomation spielt Pneumatik auch in besonders sensiblen oder herausfordernden Umgebungen eine Rolle – etwa in der Lebensmittelproduktion, der Medizintechnik oder in explosionsgefährdeten Bereichen. Hier sind elektrische Systeme oft nur eingeschränkt einsetzbar. Pneumatische Lösungen punkten mit ihrer einfachen, robusten Bauweise, der Unempfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Störungen und der geringen Brandlast. In der Lebensmittelverarbeitung sorgen pneumatische Schnellverbindungen für hygienisch einwandfreie, leicht zu reinigende Schnittstellen zwischen Anlagenmodulen. In der Verpackungstechnik ermöglichen pneumatische Komponenten die zuverlässige Bewegung auch empfindlicher Produkte – z.B. von Glasflaschen oder Arzneimittelbehältern – mit hoher Wiederholgenauigkeit.

 Fittings aus Messing gibt es von ITV in den unterschiedlichsten Ausführungen mit vernickelter oder blanker Oberfläche sowie für Anschlüsse von M5 bis 2".
Fittings aus Messing gibt es von ITV in den unterschiedlichsten Ausführungen mit vernickelter oder blanker Oberfläche sowie für Anschlüsse von M5 bis 2″.Bild: ITV GmbH

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht kann Pneumatik ein Vorteil sein – insbesondere bei Serienfertigungen mit hohem Individualisierungsgrad. Branchenübergreifend werden deshalb immer häufiger Sonderlösungen angefragt, die exakt auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmt sind. Bei ITV entfallen rund 40 bis 45 Prozent aller Aufträge mittlerweile auf kundenspezifische Sonderlösungen – mit Stückzahlen zwischen 500 und 20.000 Komponenten. Die Umsetzungszeit – von der Konstruktion bis zur Auslieferung – beträgt in der Regel vier bis sechs Wochen. Für viele Unternehmen im Maschinenbau ein entscheidender Faktor, um Anlagen flexibel an neue Produktionsbedingungen oder Kundenanforderungen anpassen zu können – ohne monatelange Vorlaufzeiten.

Intelligente Pneumatik für mehr Transparenz und Kontrolle

Ein Trend, der auch die Pneumatik verändert, ist die zunehmende Digitalisierung. Intelligente Sensorik erlaubt heute die kontinuierliche Überwachung von Druck, Temperatur oder Leckagen – und ermöglicht so eine vorausschauende Wartung. Auch pneumatische Systeme lassen sich inzwischen in übergeordnete Steuerungssysteme integrieren und liefern wertvolle Daten zur Prozessoptimierung. Für viele Maschinen- und Anlagenbauer eröffnet das neue Potenziale: So lassen sich Wartungszyklen verkürzen, Ausfallrisiken reduzieren und der Energieeinsatz effizienter steuern.

Pneumatik ist nicht veraltet – sie ist differenziert zu betrachten. Richtig geplant und eingesetzt, kann sie im Maschinen- und Anlagenbau nicht nur eine wirtschaftlich sinnvolle, sondern auch eine nachhaltige Lösung sein. Entscheidend ist der Blick aufs Ganze: von der Energieeffizienz der Druckluftversorgung über die Qualität der Verbindungstechnik bis hin zur Digitalisierung und Werkstoffwahl. Wer Pneumatik intelligent nutzt, kann Anlagen effizienter machen, Ressourcen schonen und zugleich wirtschaftlich arbeiten. Der Schlüssel liegt in der Kombination aus technologischem Know-how, praxisorientierter Umsetzung und einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit – auf allen Ebenen.