
Mapal feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. 1950 wurde das Unternehmen von Dr. Georg Kress gegründet, als er die damalige Firma OBA Präzisionswerkzeugbau von Otto Betzler übernahm. Zu Beginn stellte Mapal auch Holzbearbeitungsmaschinen her, trennte sich allerdings wieder von diesem Geschäftsbereich. 1952 folgte der Kauf eines Patents für eine neuartige Reibahle. Das Unternehmen entwickelte diese weiter und hat sie 1954 als Einschneiden-Reibahle mit Führungsleisten aus Hartmetall patentiert. 1962 folgte das Patent für die Reibahle mit Wendeschneidplatten aus Hartmetall.
1969 trat Dr. Dieter Kress in das Familienunternehmen ein, er konstruierte eine neue Klemmung für Wendeschneidplatten. Sie wurde patentiert und bildet im Prinzip bis heute die Technologie der Klemmung der Wendeschneidplatten in den Reibahlen von Mapal. Nachdem er 1974 die Geschäftsführung übernommen hatte, wurde das Produktportfolio umgestaltet. Der Geschäftsbereich Gewindebohrer und Gewindewalzrollen wurde aufgegeben, um sich ausschließlich auf die Produktion der Reibahlen zu konzentrieren.
Nach und nach wurden die Reibahlen so weiterentwickelt, dass sie sich für die industrielle Großserienfertigung eigneten. Die Beschichtung von Wendeschneidplatten spielte dabei ebenso eine Rolle wie die Verwendung des Werkstoffs PKD für die Führungsleisten. Mit den Werkzeugen fasste Mapal vor allem in der Automobilindustrie Fuß, wo die Fertigungstechnik von starren Transferstraßen auf flexible Bearbeitungszentren umgestellt wurde.
Parallel zu den technischen Verbesserungen baute das Unternehmen sein Vertriebskonzept um und setzte auf maximale Kundennähe. Freie Handelsvertreter wurden durch eigene technische Berater ersetzt, deren Aufgabe es war, Kunden bei der Auslegung der Werkzeuge zu beraten und im Einsatz zu unterstützen. In der Automobilindustrie wurde die Zusammenarbeit so eng, dass die Berater sogar an der Entwicklung von neuen Motoren mitwirkten, indem sie denkbare feinmechanische Bearbeitungsmöglichkeiten früh in den Konstruktionsprozess einbrachten. Sie verkauften nicht einfach Werkzeuge, sondern Lösungen.
In den USA eröffnet das Unternehmen 1977 dann seine erste Tochtergesellschaft. Heute ist Mapal in 25 Ländern vertreten. Um sein Produkt- und Leistungsangebot vergrößern zu können, integrierte Mapal eine Reihe von spezialisierten Firmen in Deutschland. Mit der Übernahme der WWS in Pforzheim erweiterte das Unternehmen sein Angebot um PKD-Werkzeuge mit gelöteten Schneiden für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung vor allem von Aluminium und deckte damit ein Segment ab, das auf Kundenseite immer mehr an Bedeutung gewann. Von Miller in Altenstadt kamen VHM-Bohrer und VHM-Fräswerkzeuge ins Programm. Da Vollbohroperationen im Produktionsprozess dem Reiben vorausgehen, wurde damit das Leistungsportfolio von Mapal ideal ergänzt. Die Firma Weisskopf aus Meiningen verstärkte den Vollhartmetallbereich weiter. Der Kauf des Winterlinger Unternehmens August Beck sicherte die Position von Mapal als führender Hersteller von Reibahlen. Robert Strom und Isotool ergänzten das Portfolio um ISO- und Aussteuerwerkzeuge. 2015 wurden die beiden Unternehmen in die Mapal ITS umfirmiert, die sich in Eppingen auf komplexe Sonderwerkzeuge mit Aussteuermechanismen fokussiert. Vervollständigt wurde das Produktangebot mit Spannzeugen der WTE aus Ehrenfriedersdorf. Mit Dr. Jochen Kress trat 2008 die dritte Generation in die Geschäftsleitung des Familienunternehmens ein. Mapal fokussiert sich nun zusätzlich auf die Bereiche Aerospace, Fluid Power sowie den Werkzeug- und Formenbau. Digitallösungen bietet die 2017 gegründete c-Com, die inzwischen in die Unternehmensgruppe integriert ist und vor allem die Toolmanagementleistungen unterstützt.


















